Das Wärmenetz

Energiequellen, Wärmeverteilung, Zuverlässigkeit

Bei der individuellen, dezentralen Öl-, Gas- oder Pelletsheizung hat jedes einzelne Gebäude ein „Heizwerk“ im Keller. Das Wärmenetz setzt dagegen auf die zentralen Erzeugung und anschließende Verteilung. Die Wärme kommt dann genauso zuverlässig ins Haus wie Wasser aus dem Hahn und Strom aus der Steckdose.

Die Wärmeerzeuger

Alle lokalen Ressourcen nutzen

Wie ein Wasser- oder Elektrizitätswerk speisen die Wärmeerzeuger ein Leitungsnetz. Als Wärmeerzeuger dienen bevorzugt regionale Ressourcen und Rohstoffe: die Solarthermieanlage auf dem Dach der Sporthalle, die Abwärme eines Betriebs oder eines Blockheikraftwerks, die Hackschnitzel aus dem kommunalen Wald... All diese Ressourcen können sich im Wärmenetz ergänzen.  

Die Erzeuger sind so großzügig ausgelegt, dass sie Spitzenzeiten zuverlässig abdecken (z. B. wenn morgens alle gleichzeitig duschen) und sich gegenseitig ersetzen können (z. B. wenn ein Wärmeerzeuger gewartet wird oder repariert werden muss). 

Für die Abdeckung von Spitzenzeiten nutzen viele Netze noch konventionelle Gas-Kessel. Seit 2023 sind die Netzbetreiber verpflichtet in sog. "Transformationsplänen" Schritte zum klimaneutralen Betrieb festzulegen.

Das Prinzip "Wärmenetz" ruht auf vier Säulen 

  1. Wenige regionale und möglichst nachhaltige Wärmequellen ersetzen viele kleine. 
  2. Das unterirdische Wärmenetz verteilt heißes Wasser in die Gebäude. 
  3. Ein Wärmetauscher überträgt die Energie in den gebäudeeigenen Heizkreislauf.
  4. Ein professioneller Netzbetreiber sorgt für zuverlässige Funktionalität.

Die Wärmeverteilung

Rohrsystem unter der Straße

Ein unterirdisches Netz bringt warmes Wasser in die Gebäude – und führt es wieder hinaus, wenn die benötigte Energiemenge entnommen ist. Es liegt unter der Straße, zweigt von dort in die Gebäude. 

Genug Wärme für alle

Temperaturen zwischen 65 °C und 90 °C

Die Temperatur in klassischen "warmen" Wärmenetzen liegt zwischen 65 °C und 90 °C. Die eingespeiste Wärmemenge ist so berechnet, dass alle angeschlossenen Gebäude zuverlässig mit ausreichend Wärme versorgt werden, auch das letzte in der Reihe.

Besonders in Neubaugebieten werden inzwischen häufig sog. "kalte" Wärmenetze installiert. Sie arbeiten mit geringeren Ausgangstemperaturen, die für Gebäude mit mit hohem Effizienzstandard ausreichend sind. In Bestandsgebieten sind kalte Netz in der Regel nicht wirtschaftlich einsetzbar. Mehr Information zu "kalten "Wärmenetzen finden Sie am Ende der Seite.

Bilanzierung und Wärmeverluste

Noch immer basieren viele alte Kessel auf Konstanttemperatur- oder Niedertemperaturtechnik. Die Brennwerttechnik in einer modernen Heizzentrale ist effizienter. Denn hier wird die sogenannte Abgaswärme zusätzlich genutzt. Der Abgasverlust beim Brennwertkessel beträgt üblicherweise 2 bis 3 Prozent. Konventionelle Öl- und Gasheizungen haben Abgasverluste zwischen 5 und 10 Prozent. Dazu kommen Kesselverluste (Strahlungsverluste des Kessels am Aufstellort) von etwa 2 bis 13 Prozent.

Entscheidende Einflussgrößen sind neben der Konstruktionsform der Anlage das Alter des Systems und dessen Zustand. Für die Verteilung im Haus ist es ebenfalls sehr wichtig auf gute Dämmung der Heizungsrohre zu achten. Häufig sind die Heizungsrohre nur unzureichend gedämmt beziehungsweise verkleidet. Dies kann weitere Verluste bis zu 10 Prozent bedeuten. Im Zuge einer Heizungserneuerung oder dem Anschluss an ein Wärmenetz sollte auf jeden Fall auch die Dämung der Heizungsrohre überprüft und ggf. erneuert werden.

Energetische Effizienz

Die energetische Effizienz eines Wärmenetzes ist abhängig von der Art bzw. Effizienz der Wärmeerzeugung und der Wärmeverteilung. Die Wärmeverluste fließen in die Kennwerte ein. Berechnet wird der Verlust über die Energiebilanz. Sie erfasst, wie viel Energie in das System hineinfließt und wie viel Nutzenergie beim Verbraucher ankommt. In guten Wärmenetzen betragen die Verluste weniger als 10 % der verkauften Wärmemenge.
 


Quellen und weitere Informationen

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